Waldfonds M6 - Strategische und operative Einsatzplanung zur Brandbekämpfung in Waldbrand-Risikogebieten im Bezirk Krems

waldbrand

Durch den Klimawandel sind auch im Bezirk Krems ein früherer Vegetationsbeginn und längere Trockenperioden mit höheren Temperaturen feststellbar. Gemeinsam mit der Veränderung des Waldbildes nach der Borkenkäferkalamität ist mit einem erhöhten Waldbrandrisiko zu rechnen. 

 

Waldbrände haben abgesehen vom ökologischen und wirtschaftlichen Schaden auch eine große Auswirkung auf die angrenzende Infrastruktur. 

 

Um den Blaulichtorganisationen ein taugliches Hilfsmittel zur Waldbrandbekämpfung in die Hand zu geben, wurde durch die Forstbehörde der Bezirkshauptmannschaft Krems der Waldfachplan „Strategische und operative Einsatzplanung zur Brandbekämpfung im Bezirk Krems“ initiiert. 

Die Projektkosten werden nach Vorleistung zu 100 % gefördert. Die Förderungsabwicklung erfolgt über das Förderinstrument „Waldfonds“.

Einen wichtigen Bestandteil bildet dabei die Mitarbeit der Feuerwehrwehren des Bezirkes. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren werden seitens der Bezirkshauptmannschaft ersucht, die Durchführung von Erhebungen für die Erstellung eines Waldfachplanes für die Einsatzplanung zur Waldbrandbekämpfung zu übernehmen. Diese Erhebungen haben nach einer Schulung durch den bestbietenden Ziviltechniker bei Tageslicht, mit Feuerwehrfahrzeugen und in Uniform zu erfolgen. 

Die Karten werden sowohl auf Papier als auch digital erstellt und sind deshalb sowohl für die Einsatzleitung vor Ort als auch für übergeordnete Stäbe gut nutzbar. Die Karten können auch bei anderen Einsätzen (bspw. Personensuche, Menschenrettung) genutzt werden. Sie werden allen Blaulichtorganisationen im Bezirk für den internen, dienstlichen Gebrauch zur Verfügung gestellt.

 

Einige Eckpunkte des beeindruckenden Projektes:

Das Projektgebiet umfasst den Bezirk Krems mit 30 Ortsgemeinden und einer Gesamtfläche von 92.334 Hektar, davon stellen 43.714 Hektar Waldflächen dar.

121 Feuerwehren werden die Vor-Ort Erhebungen durchführen. 

 

Im Zuge des Projektes werden von den örtlichen Feuerwehren Wege, Umkehrplätze und Fahrhindernisse aufgenommen, sowie Hubschrauberlandeplätze, Wasseraufnahmestellen, Lotsen- und Bereitstellungspunkte definiert.

 

„Ziel dieser Waldfachpläne ist es, dass bei Waldbränden sofort klar ist, wo und mit welchen Fahrzeugen zu Brandherden vorgerückt werde kann“, erläutert Bezirksfeuerwehrkommandant LBDSTV Martin Boyer.

 

„Einsatzszenarien machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Deshalb ist es wichtig, dass diese Pläne alle Gemeinden des Bezirkes einbinden“, bedankt sich Bezirkshauptmann Mag. Günter Stöger, bei den Feuerwehren und Gemeinden des Bezirkes.

 

Er betont weiters, dass die Bezirkshauptmannschaft in einem Katastrophenfall alle eingesetzten Einsatzkräfte koordiniert. Aktuelle und detaillierte Einsatzpläne sind dabei für einen professionelle Stabsarbeit unerlässlich.

28.09.2026